Die Glocken von St. Felix und Regula

Quartier ohne Glocken

Bis 1950 war unser dichtbevölkertes Stadt-Gebiet ein Quartier ohne Kirchturm, das Hard eine Bannmeile ohne Glocken. Mag sein, dass ansässige Bürger die Festlichkeit des Geläutes weniger vermissten, als zugezogene Kleinstädter und Menschen aus behäbigen, schmucken Dörfern. Mag sein, dass manches Gemüt bereits etwas von der Eintönigkeit der überhohen Häuserblöcke in sich aufgenommen hat und unbewusst darunter litt. Ein Grossteil der Pfarreiangehörigen aber sehnte sich nach einem Geläute und nicht zuletzt der Pfarrer selber. Eis blieb bei uns an Sonntagen still. Es blieb still an Weihnachten und in den Neujahrsnächten, am schönen Ostermorgen, arn Ehrentag der Kinder, am Weissen Sonntag. Kein festlich-einladendes Läuten geleitete die Brautleute an den Altar. Kein Allerseelenläuten gemahnte die Gläubigen an die lieben Toten und die eigene letzte Stunde. Keine grosse Glocke kündete im hohen Amt das Wunder der Wandlung. Es blieb still bei uns, unheimlich still!

Es muss im Hard doch einmal „Sonntag" werden. Der erste Anlauf zur Äufnung des Glockenfonds wurde am ersten und zweiten Adventssonntag des Jahres 1951 durch einen Verkauf von „Schoggiglocken" getan. Man sprach und berichtete immer wieder von Glocken und brachte so den Wunsch zur Verwirklichung auf Hochtouren.

Glockenturm von St. Felix und Regula
© Copyright 2006-2012 Kirchgemeinde St. Felix und Regula, Zürich